Der Kampf gegen die wachsende Zahl von Straßenhunden in der Türkei

Tagsüber ist Frau Gokcen Yildiz Physiklehrerin an einer Sekundarschule, aber nachts setzt sie sich für Straßenhunde ein. Am Stadtrand von Ankara kümmert sie sich um 160 Hunde, aber diese Zahl ist nur ein kleiner Teil der geschätzten vier Millionen Straßenhunde in der Türkei.

Das Grundstück von Frau Yildiz ist 15.000 Quadratmeter groß und beherbergt viele ältere, behinderte und verstörte Hunde. Obwohl es nicht ihre offizielle Aufgabe ist, sich um diese Hunde zu kümmern, fühlt sie sich ihnen gegenüber sehr verantwortlich.

Ihr macht euch oft Sorgen über die steigenden Kosten für Tierfutter, Medikamente und tierärztliche Versorgung. Eure größte Sorge ist die ungewisse Zukunft dieser Hunde, wenn ihr sie nicht aufnehmen könnt. Ihr erwähntet, dass Streuner, die nicht in eurer Obhut sind, oft tagelang ohne Futter auskommen müssen und eine zerbrechliche Existenz führen, die euch sehr beunruhigt.

Neuer Gesetzentwurf zielt auf streunende Hunde in der Türkei

Gesetzgeber der Partei für Gerechtigkeit und Entwicklung, die von Präsident Recep Tayyip Erdogan geführt wird, arbeiten an einem neuen Gesetzesentwurf, um das Problem der Straßenhunde anzugehen. Obwohl er noch nicht im Parlament eingebracht wurde, deuten Berichte staatlicher Medien darauf hin, dass dieser Gesetzesentwurf die Gemeinden dazu verpflichten könnte, streunende Hunde einzufangen, sie für etwa 30 Tage in Tierheimen unterzubringen und dann diejenigen einzuschläfern, die nicht adoptiert werden.

Dr. Murat Arslan, Leiter der türkischen Veterinärmedizinischen Vereinigung, sagte, dass nur etwa ein Drittel der türkischen Gemeinden über Tierheime verfügt. Es gibt zwar ein Gesetz, das die Sterilisierung und anschließende Rückführung von Hunden auf die Straße vorschreibt, aber viele Gebiete verfügen nicht über die richtigen Einrichtungen, um dieses Gesetz zu befolgen.

Dr. Arslan fügte hinzu, dass das Problem der streunenden Hunde nicht so schlimm wäre, wenn das Gesetz, das es seit 20 Jahren gibt, korrekt angewendet würde. Er stellte fest, dass das Aussetzen von Tieren und die unkontrollierte Zucht das Problem verschlimmert haben, obwohl es Systeme zur Mikrochipierung und Registrierung gibt. Er betonte die Notwendigkeit härterer Strafen für das Aussetzen von Haustieren.

Gruppen wie die Safe Streets Association fordern langfristige Lösungen. Meltem Zorba, Anwältin und ehrenamtliche Mitarbeiterin von Safe Streets, arbeitet mit Familien, die von Angriffen streunender Hunde betroffen sind.

Ihr zitiert Regierungsdaten, die zeigen, dass streunende Hunde in den letzten fünf Jahren 55 Todesfälle, mehr als 5.000 Verletzungen und 3.500 Verkehrsunfälle verursacht haben. Seit drei Jahren setzt euch für gesetzliche Änderungen ein, um streunende Hunde dauerhaft von öffentlichen Plätzen fernzuhalten.